Akupunktur

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Was ist Akupunktur?

Akupunktur leitet sich ab von den lateinischen Worten acus, was Nadel bedeutet und pungere, was stechen heißt. Grabfunde zeigen, dass bereits etwa 7000 v. Chr. Steinsplitter für Akupunktur genutzt wurden. Seitdem hat die Akupunktur sich stetig weiterentwickelt und seit 50 Jahren wird Akupunktur auch in westlichen Ländern angewendet. Heute wird die Akupunktur durch Ärzte und Heilpraktikern bei verschiedenste Krankheitsbilder eingesetzt.

Akupunktur ist ein Teil der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) welches davon ausgeht, dass die Lebensenergie (das Qi) des Menschen entlang des Körpers in 12 Meridianen fließt.  Diese Leitbahnen versorgen unseren Körper mit dieser Lebensenergie. Wenn das Qi ausgewogen vorhanden ist und ungehindert fließen kann sind wir gesund. Krankheit entsteht, wenn der Energiefluss behindert ist.

Auf den Meridianen befinden sich Akupunkturpunkte, die während einer Behandlung mit Hilfe von Nadeln gereizt werden. So werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktiviert, wodurch der Körper sich Gesund halten kann oder Krankheiten bekämpfen kann.

Behandlungsablauf und Wirkungsweise der Akupunktur

Der Heilpraktiker versucht mittels Anamnese, körperliche Untersuchung und eventuell Zungen- oder Pulsdiagnostik herauszufinden, in welchen Meridianen oder Organen einen Mangel, einen Stau oder einen Überschuss an Lebensenergie Qi besteht. Nach der Diagnose werden dann Stahl-, Gold- oder Silbernadeln in bestimmte Akupunkturpunkte gestochen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Anschließend bleibt der Patient 20 bis 30 Minuten liegen.

Die Wirkungen der Akupunktur konnten wissenschaftlich nachgewiesen werden. Wie sie aber genau wirkt, ist nicht bekannt. Durch Nadeln werden Reize gesetzt die einen positiven Einfluss auf das Nerven-, Hormon- und Immunsystem haben.

Neben der hier beschriebenen klassischen Akupunktur mit Nadeln gibt es unterschiedliche Sonderformen. So zum Beispiel die Ohrakupunktur nach Nogier/Bahr oder Noack, die japanische Akupunktur, die koreanische Handakupunktur und die Schädelakupunktur nach Yamamoto.

Besonders erfolgreich wird die Akupunktur auch in Kombination mit anderen chinesischen Therapieverfahren wie chinesische Kräuterheilkunde, Moxibustion, chinesischer Ernährungstherapie, Tuina, Tai Qi und Qi Gong eingesetzt.

Wer überhaupt keine Nadeln mag oder bei Kindern gibt es die Möglichkeit Akupunkturpunkte auch ohne Nadeln zu stimulieren. So gibt es die Elektroakupunktur nach Voll, die Moxibustion, Shiatsu, die Laserakupunktur, und so weiter.

Indikationen

In den westlichen Ländern wird die Akupunktur vor allem bei chronischen Schmerzen eingesetzt. Aber auch bei Schlafstörungen, Allergien, bei der Suchtbehandlung, bei Infektionsanfälligkeit und vieles mehr, wird diese Behandlungmethode empfohlen. Bei schweren Erkrankungen wie Diabetes mellitus kann die Akupunktur eine schulmedizinische Behandlung nicht ersetzen, aber sehr wohl ergänzen.

In Deutschland bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Akupunktur bei manchen Beschwerden. So zum Beispiel bei chronischen Rückenschmerzen oder durch Arthrose bedingten Knieschmerzen. Sie sollten stets sich zuerst bei Ihrer Versicherung informieren.

Kontraindikationen 

Kontraindikationen sind schwere körperliche und psychische Krankheiten, Sensibilitätsstörungen und Epilepsie. Auch Kindern unter 12 Jahren sollten nicht behandelt werden. Hier gibt es aber sanfte Alternativen wie die Laserakupunktur, Shiatsu oder die japanische Kinderakupunktur. Bei Hauterkrankungen sollte an den betroffenen Stellen nicht genadelt werden.

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