Heilfasten

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Das Heilfasten ist eine Ernährungstherapie, welche bereits durch Hippokrates und Hildegard von Bingen wegen seine heilende und reinigende Wirkung auf Körper und Seele empfohlen wurde. Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für einen begrenzten Zeitraum.
Der Arzt Otto Buchinger gründete Anfang des 20. Jahrhunderts die erste Fastenklinik und gilt als der Mentor des ganzheitlichen Fastens. Er empfahl das Tee-Saft-Fasten, welche weniger streng ist als eine Nulldiät und eine Übersäuerung des Körpers entgegenwirkt.
Bei vielen Menschen ist der Stoffwechsel durch eine ungesunde Lebensweise überfordert. Schädliche Schlackenstoffe lagern sich in unseren Körper an. Eine Fastenkur gibt dem Körper Zeit, sich nur um diese Stoffwechselendprodukte zu kümmern und sie abzubauen. Da der Geist sich in einem gesunden Körper wohlfühlt, tut Heilfasten auch die Psyche gut.

Wie funktioniert das Heilfasten?

Unser Körper holt seine Energie aus der Nahrung. Wenn wir zuviel Energie aufnehmen, speichert er diese als Glykogen in Leber und Muskeln aber auch in Form von Fett. Beim Heilfasten muss der Körper auf seine Reserven zurückgreifen. Nach ungefähr 6 Stunden ohne Nahrungsaufnahme greift der Körper auf Glykogenreserven, nach einen Tag greift er auf das Muskeleiweiß, nach einigen Tagen ausschließlich auf Fettreserven zurück.
Zusätzlich verlangsamt sich beim Heilfasten der Stoffwechsel, der Körper schaltet auf Sparprogramm.
Das Fasten kann 5 Tage bis mehrere Wochen dauern. Da konsequentes Heilfasten nicht im Arbeitsalltag hineinpasst, ist es nötig während des Fasten nicht zu arbeiten sondern sich hier Urlaub zu nehmen.
Das Fasten ist verbunden mit reichlich Flüssigkeitszufuhr, regelmäßiger Darmentleerung, ausreichender Bewegung aber auch genügend Ruhe für den Körper.

Vorteile des Heilfastens

Das Heilfasten wirkt vorbeugend gegen die Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2 und Arteriosklerose.

  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis können sich verbessern
  • Die Gallenblase entleert sich von Schleim, Grieß und Steine
  • Cholesterin, Proteine, Salz- und Harnsäure aus den Gefäßwänden werden ausgeschieden
  • Der Säuregehalt im Magen normalisiert sich
  • Erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte regulieren sich meist innerhalb einer Woche in den Normbereich. Ebenso kommt es zu eine Senkung von Pulsfrequenz und Blutdruck
  • Es kommt durch die Fettverbrennung zu einer Gewichtsreduzierung
  • Bei rheumatischen Erkrankungen kommt es zu einer raschen Schmerzlinderung

Begleiterscheinungen des Heilfastens

Das Fasten ist eine ungewöhnliche Belastung für den Körper und durch den Abbau von Schlacken kann es zu Begleiterscheinungen kommen wie eine erhöhte Kälteempfindlichkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Wadenkrämpfe, vermehrtes Schwitzen und Mundgeruch.

Kontraindikationen

Kinder, Schwangere und geschwächte Menschen sollten nicht Fasten. Auch bei Infektionskrankheiten, Schilddrüsenüberfunktion oder sonstigen hormonell bedingte Krankheiten sind eine Kontraindikation. Ebenso Essstörungen, endogenen Depressionen und Psychosen.
Patienten mit chronischen Erkrankungen, die Medikamente wie Antidiabetika oder ß-Blocker einnehmen, sollten sich unbedingt ärztlich begleiten lassen und nicht selbständig Fasten.

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