Hypnosetherapie

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Im 19. Jahrhundert arbeitete der Neurologe und Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud mit Hypnose. Wichtige Nachfolger u. a. waren Johannes Heinrich Schultz, welcher daraus das Autogene Training entwickelte und der Amerikaner Milton H. Erickson, welcher das NLP (Neurolinguistische Programmieren) und die Hypnotherapie wie wir sie heute kennen entwickelte.
Die Wirksamkeit der Hypnose konnte in wissenschaftlichen Studien belegt werden und 2006 wurde Hypnose vom „Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie“ als wissenschaftlich fundierte Methode anerkannt.
Das griechische Wort „hypnos“ bedeutet „Schlaf“. Bei der Hypnotherapie handelt es sich aber nicht um Schlaf, sondern um einen Trancezustand zwischen Schlaf- und Wachsein. Unser Wachbewusstsein versucht Herausforderungen meist mittels Verstand und Logik zu bewältigen. Im Zustand der Trance übernimmt das Unterbewusstsein die Regie. Die Aufmerksamkeit für äußere Reize ist vermindert und gerichtet auf innere Prozesse. Dieser Zustand ist vergleichbar mit Tagträumen oder mit der Vertiefung in ein besonders spannendes Buch oder einen fesselnden Film. Die Hypnose-Therapie nutzt diesen Zustand der sogenannten „Trance“ für therapeutische Zwecke.
Da die Hypnosetherapie davon ausgeht, dass viele Probleme und Konflikte im Unbewussten ablaufen, können in der Tiefenentspannung verdrängte oder schmerzhafte Erfahrungen oder Erinnerungen aufgedeckt, verarbeitet und bewältigt sowie neue „gesunde“ Verhaltensmuster integriert und gestärkt werden. Dabei findet kein Kontrollverlust statt. Vielmehr behält der Patient Kontrolle und Selbstbestimmung.

Ablauf der Hypnosetherapie

Nach einer ausführliche Anamnese und Aufklärung sitzt oder liegt der Patient während der Hypnosetherapie ganz entspannt. Der Therapeut bittet seinen Patienten, sich bestimmte Bilder, Situationen oder Gefühle vorzustellen (Suggestion). Dazu gibt der Therapeut mit ruhiger Stimme entspannende und vertiefende Anweisungen wie zum Beispiel: „Ihre Augenlider werden jetzt ganz schwer“ und bringt den Patienten in einen Trance Zustand. Während der Trance befindet sich der menschliche Geist in einem besonders aufnahmebereiten Zustand. Suggestionen, die der Therapeut jetzt formuliert, unterstützen den Patienten in seinem Lernprozess und helfen, das angestrebte Ziel zu erreichen.
Die Hypnosetherapie kann bei der Raucherentwöhnung oder Gewichtsreduktion, bei Lampenfieber, Schlafstörungen, zum stärken des Selbstbewusstseins, bei der Schmerztherapie, zur Behandlung von Ängste und Phobien, bei Burnout und vieles mehr eingesetzt werden.
Am Ende der Hypnose-Sitzung führt der Therapeut seinen Patienten vorsichtig und sanft aus dem Zustand tiefer Entspannung zurück.

Stadien der Hypnose

Die leichte Hypnose ist ein leichter Entspannungszustand.
Bei der mittleren Hypnose ist das Wachbewusstsein kaum noch aktiv, das Unterbewusstsein kann angesprochen werden und der Patient kann sich nach der Therapie an alles erinnern. Diese mittlere Hypnose wird zum Beispiel bei der Raucherentwöhnung eingesetzt.
Bei der Tiefenhypnose ist das Wachbewusstsein vollkommen ausgeschaltet. Es ist dem Therapeuten hier möglich, Probleme anzusprechen oder aufzudecken, die dem Patienten in wachem Zustand gar nicht bewusst waren. Der Therapeut kann hier heilsame Suggestionen in das Unterbewusstsein des Patienten einbinden und so krankmachende Vorstellungen und Verhaltensmuster durch positive, stärkende ersetzten.

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