Abhärtungsmaßnahme mit Frischekick

Der Ganzkörperguss nach Kneipp

Diese leicht durchzuführende Therapie nach Kneipp, ist ein wunderbares Präventionsmittel, welches sich eignet für die individualisierte Selbstanwendung. Sie regt den Stoffwechsel an, schützt vor Erkältungen, stärkt das Immunsystem, beeinflusst bei langfristige Anwendung den Blutdruck positiv**.
Allerdings, sollte jeder Verantwortung für sein eigenes Wohlergehen tragen: Anfänger, oder Menschen, die besonders Kälteempfindlich sind, sollten sich erst einmal langsam herantasten und den Guss in den ersten Tagen nur mit lauwarmen Wasser durchführen.

Aber wie wende ich den Ganzkörperguss richtig an?

Regeln:

  • Der Körper muss vor der Anwendung warm sein. Ideal ist einen Guss nach der warmen Dusche.
  • Bevor Sie mit dem Guss anfangen, atmen Sie bewusst tief ein und atmen sie mit Beginn des Gusses aus. Atmen Sie während der Anwendung ruhig und konzentrieren Sie sich. Denn Kneipp sagte dazu:  «Beim Guss halt’s Maul, sonst ist die Wirkung faul.»
  • Es soll ein Wasserstrahl benutzt werden und kein Duschregen.
  • Wenn möglich nicht abtrocknen, sondern das Wasser nur mit der flachen Hand abstreifen.

Ganzköperguss:

  • Schritt 1: Beginnen Sie mit dem rechten Bein an der Außenseite und führen Sie den Wasserstrahl über Gesäß und Hüfte zur Innenseite des Oberschenkels und gehen Sie wieder abwärts bis zur Fußinnenseite.
  • Schritt 2: Wiederholen Sie diese Prozedere am linken Bein.
  • Schritt 3: Bewegen Sie den Wasserstrahl von der Hand Außenseite (Kleinfinger) aufwärts bis zur Schulter, lasse dort das Wasser über die rechte Körperhälfte fließen, und bewege den Wasserstrahl anschließend an der Innenseite des Arms wieder abwärts bis zum Daumen.
  • Schritt 4: Wiederholen Sie diese Prozedere am linken Arm.
  • Schritt 5: Begieße den Bauch im Uhrzeigersinn.
  • Schritt 6: Begieße Stirn und Gesicht ebenso im Uhrzeigersinn.
  • Schritt 7: Als Abschluss ein Guss über den Rücken.

** Eine Studie von Prof. Dr. Med. Christoph Gutenbrunner von der Medizinischen Hochschule Hannover, zeigte, dass bei Menschen mit stark erhöhten Blutdruckwerten, der Blutdruck deutlich abfiel, während er bei denen mit zu niedrigen Werten stieg. Das Kneippen hatte die Selbstregulation des Körpers angeregt und eine Normalisierung des Blutdrucks hergestellt.

Quellen:
Prof. Dr. Andreas Michalsen: Heilen mit der Kraft der Natur, S. 76-87
FAZ.NET, Angelika Bucerius: Kneipp im Selbstversuch. Erster Guss um halb 6.

Fluoride in Zahnpasta: wichtig in der Kariesprophylaxe

Es verbreiten sich immer mehr die Behauptungen, Fluoride in Zahnpasta seien giftig und ein Abfallprodukt der Metallindustrie. Und es kommen immer mehr Zahnpasten auf den Markt, die kein Fluorid enthalten. Das ist schade, da Fluorid die Remineralisierung der Zähne verbessert und die Entstehung von Karies verhindert.
Toxikologen weisen ausdrücklich daraufhin, dass Fluorid mit Fluorgas verwechselt wird. Fluor ist sehr aggressiv und giftig bei 180°C. Doch es ist nicht Fluor was in den Zahnpasten enthalten ist, sondern das Fluorid. Dieses Spurenelement ist das negativ geladene Ion, was ein relativ harmloses Salz ergibt. Vergleichen kann man es mit dem Kochsalz (Natriumchlorid), dass kaum etwas mit dem Chlor im Schwimmbad zu tun hat. Fluorid ist in die Dosierung, wie sie in Zahnpasta enthalten ist, sicher. Keine Substanz ist so gut untersucht worden wie das Fluorid in Zahnpasta, so die Toxikologen.
Um einen bedenklichen Grenzwert zu erreichen, müsste man schon mehrere Tuben Zahnpasta essen, Aber wer macht das schon?

Vorteile von Fluorid in Zahnpasta

Mehrere Studien kamen mit eindeutigen Ergebnissen: Fluoride stärken den Zahnschmelz und führen zu einer Verringerung von Karies. Zahnmediziner sehen Fluorid als Schlüssel zum Erfolg in der Kariesprävention, denn seitdem Fluorid in Zahnpasten verfügbar ist, geht Karies weltweit zurück.
Aber wie wirkt das Fluorid in Zahnpasta? Zähne bestehen aus Dentin, Zahnzement und Zahnschmelz. Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper und besteht hauptsächlich aus Kalzium und Phosphat. Die Zähne sind von einer Art Film umgeben, welcher zahlreiche Bakterien enthält. Diese Bakterien spalten die Kohlenhydrate aus der Nahrung und es entstehen Säuren, die den Zahnschmelz herauslösen und weich machen. Es entstehen Karies. Fluorid wirkt dem entgegen indem es die Zähne reminalisiert. Das heißt, dass es Mineralien im Zahngitter einbaut, die Zähne härtet und resistent gegen Säuren macht. Außerdem, hemmt Fluorid das Bakterienwachstum.
Jedoch sollten Kinder unter sechs Jahren, fluoridreduzierte Zahnpasten benutzen. Sonst könnte das Fluorid sich bei der Bildung der Zähne direkt in den Schmelz einlagern und es entstehen Fluorosen. Das sind weiße Flecken oder Streifen die dann für ein ästhetisches Problem sorgen.
Nicht unwichtig in der Kariesprophylaxe ist auch die Beschränkung der Zuckeraufnahme und regelmäßigen Besuche beim Zahnarzt.

Quellen:
Dieses Thema kam auf NDR im Programm Visite, Sendung vom 10. April 2018:
https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Fluoride-in-Zahnpasta-Zu-Unrecht-in-Verruf,fluorid101.html

Macht Fluorid in Zahnpasta krank? Spiegel Online – ein Artikel von Irene Berres:
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/wie-gefaehrlich-ist-das-fluorid-in-der-zahnpasta-a-946074.html