Multitalent Artischocke

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Durch ihre hohe Wärmebedürftigkeit ist die Artischocke vor allem in den subtropischen und mediterranen Regionen in Südeuropa, der Türkei, in den USA und in Südamerika anzutreffen. Schon sehr lange wird Sie als Gemüse in der Küche genutzt. Wann Sie genau als Heilpflanze in der Apotheke verwendet wurde, ist unsicher.
Wir wissen aber, dass sich im 15. Jahrhundert Hyronimus Bock mit der Artischocke befasste und sie erwähnte sie in seinem Kräuterbuch. Unter Wirkung wurde angegeben, dass die Artischocke harntreibend wirkt und dass der Sud aus der Abkochung der Wurzel, Leber und Niere reinigt und bei Gelbsucht und Ödeme hilft.

In den 70-iger Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Forschung zu seinen pharmakologischen Wirkungen. Die Inhaltsstoffe sind Caffeeoylchinasäurederivate, Bitterstoffe und Flovonoide. Belegt wurden so die galleanregende, leberschützende, lipidsenkende und antiarteriosklerotische Wirkungen der Artischocke. Die Kommission E empfiehlt sie bei dyspeptische Beschwerden.

Die Artischocke, welche in der Pharmakologie eingesetzt wird, stammt aus speziellem Anbau von Sorten des Typs Arznei-Artischocke mit einem hohen Gehalt an Inhaltsstoffen. Es werden nur die grünen Rosettenblätter geerntet, kurz vor dem Blütenaustrieb, da diese den höchsten Gehalt an Inhaltsstoffen haben.

Es gibt einen Unterschied in Qualität der Extrakte zwischen Frischpflanzen- und Drogenextrakten, was auch in Fachkreisen häufig nicht bekannt ist. Auszüge aus Frischpflanzenextrakte enthalten mehr Inhaltsstoffe als Extrakte aus getrockneter Droge und sollten deshalb wenn möglich bevorzugt werden.

Wirkungsweise der Artischockenblätter

Die Artischocke regt den Gallenfluss sofort und mild an und sorgt für eine bessere Fettverdauung. Deshalb empfiehlt die Kommission E die Artischocke bei bestimmten Verdauungsstörungen wie Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Meteorismus und Flatulenz, Übelkeit. Die klinische Praxis hat ebenso gezeigt, dass die Artischocke sehr gut gegen Erbrechen hilft und so eventuell als Begleitmedikation bei der Chemotherapie eingesetzt werden kann um die Compliance davon zu verbessern.
Die Artischocke, ist in der Lage, toxische Leberschäden zu mindern und schützt so die Leber.
Außerdem senkt die Artischocke die Serumlipide, insbesondere das Gesamtcholesterin. In klinischen Studien wurde die gute Wirksamkeit des Frischpflanzenextrakts in der Behandlung der Hyperlipoproteinämie und damit in der Prävention der Arteriosklerose und koronaren Herzkrankheit, nachgewiesen.

Kontraindikationen

Die Artischocke zeigt eine ausgezeichnete Verträglichkeit, auch bei Langzeitanwendungen über zwei Jahre.
Selten können gastrointestinale Reizungen auftreten und bei Patienten mit Gallensteinleiden oder Gallenblasenentzündungen sollte eine Anwendung aus Sicherheitsgründen unterbleiben. Es wurden aber bisher nicht über die Auslösung von Gallenkoliken berichtet.
Selten zeigen Allergiker auf Korbblütler allergische Reaktionen, aber dies bisher nur bei Hautkontakt und nicht bei oralen Applikation von Extrakten. Das Artischockenpflückerinnenekzem wurde in Frankreich beobachtet.

Quellen:

Siegers C-P, Träder J-M. Leberschutz, Verdauungsbeschwerden, Lipidsenkung – Multitalent Artischocke. Erfahrungsheilkunde 2010; 59: 144-149

Schneider E. Frischpflanzen-Zubereitungen der Artischocke. Zeitschrift für Phytotherapie 2009; 30: 316-322

 

 

 

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